wer soll das bezahlen?

zurück

Wo soll das Geld für ein "echtes" Erziehungsgehalt herkommen?
Vorschläge:

sehen Sie hierzu auch die durchgerechneten Studien MAKSIME - Makroökonomische Simulation eines zusätzlichen Erziehungseinkommens. Gutachten des Bonner Zentrums für Angewandte Wirtschaftsforschung (ZAW), Januar 2002
oder:
auch die etwas ältere vom DIW durchgerechnete Studie: Erziehungsgehalt 2000 - Ein Weg zur Aufwertung der Erziehungsarbeit Dr. Christian Leipert und Michael Opielka im Auftrag des Deutschen Arbeitskreises für Familienhilfe e.V., 1998
um hier nur die aktuellsten zu nennen.

  • Da das hier geforderte Gehalt steuer- und versicherungspflichtig ist, erfolgt ein erheblicher Teil der Finanzierung durch sich selbst - also durch die vermehrten Steuereinnahmen
  • Sozialhilfe kann mehrheitlich eingespart und in die Finanzierung umgelenkt werden, da durch Zahlung eines Erziehungsgehaltes die meisten heutigen Sozialhilfeempfänger darauf nicht mehr angewiesen wären.
  • aus gleichen Gründen könnte der größte Teil der heutigen Wohngeldzahlungen eingestellt werden.
  • Aufgrund der Versicherungspflichtigkeit werden die Sozialversicherungen - insbesondere die Rentenkassen - auf eine breitere Basis gestellt, was zu geringeren Staatszuschüssen führt. Das Anspruchsrecht der neuen Beitragszahlerinnen wird die Einzahlungen nicht wieder "auffressen", da ein großer Teil von Ihnen heute quersubventioniert auch schon Gelder aus den Rentenkassen erhält bzw. für die Zukunft anspruchsberechtigt sind (Hinterbliebenenversorgung).
  • Einsparungen in der Krankenversicherung dürften erheblicher sein, da Mütter heute meistens beitragsfrei mitversichert sind.
  • Eine Reform bzw. Die Abschaffung des Ehegattensplittings in der Lohn- und Einkommenssteuer setzt weitere Gelder frei.
  • Ein nicht zu unterschätzender Teil des Erziehungsgehaltes wird direkt zurück in den Markt - insbesondere aufgrund des gegenwärtigen Konsumstaus gerade bei Familien - fließen, dort zu einer erheblichen Konsumbelebung führen, was wiederum zu deutlichen Einnahmesteigerungen im Staatssäckel führt.
  • Wer keine Kinder erzieht - egal ob gewollt oder ungewollt - muss in die für die Zahlung des Erziehungsgehaltes zu gründende Familienkasse entsprechend einzahlen, da er/sie nicht nur, aber erst recht im Alter von der Existenz von Kindern und dem Fortbestand der eigenen Gesellschaft ebenso profitiert wie die Eltern, die die Belastungen der "Aufzucht" heute allein tragen. Geregelt werden könnte dies über einen Familienzuschlag auf die Lohn- und Einkommenssteuern analog zum Solidaritätszuschlag, spätestens bei dessen Wegfall. Stichwort: Lastenausgleich!
  • Stichwort: Wirtschaftswachstum Da heute sehr viele Frauen (Paare) aus wirtschaftlichen Gründen entweder ganz auf Kinder verzichten oder nur Eines großziehen wollen, würde ein "richtiges" Erziehungsgehalt - natürlich mit ergänzenden familienfreundlichen Maßnahmen, Kinderbetreuung nach Maß, etc. - über den Geburtenanstieg zu höherem Wirtschaftswachstum, Prosperität, höheren Einnahmen bei sinkender Arbeitslosigkeit führen.
  • Einsparungen bei den öffentlich getragenen Kosten von Kindergärten, Tagestätten, etc. durch höhere Elternbeiträge, können ebenfalls zur Finanzierung des Erziehungsgehaltes umgelenkt werden.

    Nach dem von mir bevorzugten Modell (siehe hier) wäre diese Finanzierungsquelle durchaus beachtlich. Wenn, wie von vielen anderen vorgeschlagen, die direkte Objektsubventionierung beibehalten werden soll, wäre dieser Posten naturgemäß kleiner.

  • Familienzuschläge des öffentlichen Dienstes könnten wegfallen.
  • stärkere Besteuerung von Alterseinkommen. Senioren verfügen heute in großer Zahl über erhebliche Mittel. Altersarmut gibt es - zum Glück - kaum noch. Warum sollten wohlhabende Senioren nicht über eine entsprechende Besteuerung ihren Anteil zur Generationengerechtigkeit leisten! Angesichts der demographischen Realitäten ist sowieso ein Generationenvertrag über 3, statt 2 Generationen mehr als überfällig.
  • Einsparungen der Staatshaushalte auf dem Gebiet der Jugendkriminalität werden eine der positiven Wirkungen eines Erziehungsgehaltes sein. (Zusammenhang zwischen fehlender Zeit der Eltern und Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen).
  • Agrar-Haushalt: Warum werden Landwirte für die Nicht-Produktion, Stilllegung oder gar Vernichtung von Gütern teuer subventioniert (,damit sie überleben könne), statt den Landwirt-Müttern ein Gehalt für ihre Leistung zu bezahlen?? Dieser Weg der Finanzausstattung von landwirtschaftlichen Betrieben, wäre nicht nur aus Frauensicht gerechter, zudem sicherlich billiger, aber vor allem auch ein eindringend gebotener Akt des fairen Handelns Entwicklungs- und osteuropäischen Ländern gegenüber!
Lange Zeit war ich mit all den Ideen und Modellen im Kopf auf der Suche nach einer Studie, die die Finanzierung - nach verschiedenen Modalitäten - einmal auf Machbarkeit durchrechnen würde - oder besser schon durchgerechnet hat. Ich war schließlich mehr als froh, als ich schließlich auf eine Studie stieß, die getragen wurde von so renommierten Instituten, wie
  • dem deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V., Berlin
  • dem Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung e.V., München
  • der Infas-Wirtschaftsforschung GmbH, München
  • und dem Cycloplan-Institut für Familien- und Gesellschaftspolitik e.V., München
  • ,
und mich bestärkte, in der Machbarkeit der Forderung sowie mich beflügelte, mich weiterhin dafür einzusetzen.

Hier wurde im Ergebnis durchgerechnet, dass je nach Rahmeneckdaten (Bis zu welchem Alter des Kindes, zahlt man wie viel Kindergeld? Auch bei Vollberufstätigkeit der Bezugsberechtigten? etc.) Der zu finanzierende Restbetrag zwischen 0 und - grob gerechnet 60 Mrd. DM belaufen. Das ist kein Pappenstiel, aber wie die Studie ("Erziehungsgehalt 2000" von Christian Leipert und Michael Opielka, herausgegeben vom deutschen Arbeitskreis für Familienhilfe e.V., Freiburg i. Br.) detailliert darlegt, durch aus machbar, eine Frage des politischen Willens und nicht zuletzt eine Frage der Moral und unserer Verfassungsgrundsätze: Außer Erziehungsleistung wird in unserer Leistungsgesellschaft jede Leistung bezahlt!

siehe weiterhin auch: z.B. hier
und hier.

nach oben
zurück